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Konfliktmanagement in der Praxisberatung
03 Dezember 2014

Konfliktmanagement oder doch noch Zickenkrieg?

Konfliktmanagement oder doch noch Zickenkrieg?

Ein kleiner Streit in Ehren kann niemand verwehren. Wo Menschen mit unterschiedlichen Charakteren, Fähigkeiten und Talenten aufeinander treffen, kann es auch einmal zu Reibereien kommen. Das gilt natürlich auch für eine Arzt- und Zahnarztpraxis. Nicht immer ist im Vorfeld der Personalauswahl der Fokus darauf gesetzt, dass der/die Neue auch zum Rest im Team passt. Schließlich gibt es MitarbeiterInnen nicht mehr wie Sand am Meer, und finanziell soll es ja allemal auch noch im Rahmen bleiben.

Was aber, wenn kleine Reibereien in Querelen oder Zickenkrieg ausarten? Dann ist es an der Zeit die Rote Karte zu zeigen. Das geht gar nicht und muss zwingend von der Praxisinhaberin oder dem Praxisinhaber in die Hand genommen werden. Jetzt denken Sie bestimmt: Boah, mit was soll ich mich denn noch alles auseinander setzen?
Dann frage ich Sie: Wollen Sie, dass sich diese Stimmung auf das Praxisimage und die Produktivität in Ihrer Praxis auswirkt? Denn das wird es definitiv ganz schnell.

Auch Sie als Arbeitgeber/in werden die „Bad Vibrations“ recht früh mitbekommen. Spätestens, wenn es zu einem offenen Konflikt kommt. Sprechen Sie die Verursacher sofort an. Bestellen Sie diese nacheinander nach der Sprechstunde in Ihr Büro. Sammeln Sie Fakten. Stellen Sie Fragen, hören Sie zu und lassen Sie sich von niemandem vereinnahmen.  Und das wichtigste: Bewahren Sie Ruhe!

Vielleicht gibt es ein Kompetenzgerangel? Dann klären Sie klipp und klar die Kompetenzen in Ihrem Team – halten Sie diese am besten auch gleich im QM fest. Dann kann sich keiner mehr rausreden. Es gibt weitere Ursachen, die immer wieder auftreten:

  • Eine Mitarbeiterin beansprucht für sich den besten Arbeitsablauf erfunden zu haben und erwartet, dass alle das genauso sehen und auch danach agieren (am besten wie geklont)
  • Gefühlte oder offensichtliche Bevorzugung bei Arbeitstempo, Arbeitspensum, Urlaub durch den Arbeitgeber/die Arbeitgeberin ….
  • immer wieder auftretende – unangebrachte – Kritik von einer bestimmten Kollegin
  • Unterschiedliche Wissensstände

Stellen Sie klar, dass Sie keine dauerhaften Konflikte in Ihrer Praxis dulden werden, und dass die letzte Konsequenz eine Trennung von den beiden hauptstreitenden Mitarbeiterinnen ist.

Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, können Sie schon im Vorfeld einiges tun:

  • Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Team mit Menschen aufbauen, die auch zueinander passen (siehe Teambildung)
  • Schaffen Sie ganz klare Regeln, z.B. Arbeitsabläufe, Urlaubsregelungen und Aufgabenverteilung betreffend
  • Erarbeiten Sie die Regeln so gut es geht im Team
  • Schaffen Sie klare Regeln für den Umgang im Team (das ist ein Teil der Unternehmenskultur und gehört zur Corporate Identity)
  • Ganz wichtig: Achten Sie darauf, dass die Regeln auch eingehalten werden
  • Ewige Harmonie ist schön – aber unrealistisch. Unterdrücken Sie Konflikte nicht, aber achten Sie darauf, dass sie sachlich bleiben und sich keiner persönlich angegriffen fühlt
  • Vermeiden Sie das Gewinner-Verlierer-Spiel

Schaffen es „Ihre Weiber“ freundlich und konstruktiv miteinander umzugehen, dann zeigen Sie Ihre Freude darüber und loben Sie diese deswegen auch hin und wieder mal. Das zeigt ihnen, dass es Ihnen auffällt, dass Zickenkriege out sind :-)

Und natürlich – gehen Sie mit gutem Beispiel voran! Immer schön sachliche und ruhige Kritik abgeben.