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Praxisfortschritt durch eine externe Praxisberatung
27 November 2014

Praxisfortschritt verhindern geht ganz leicht

Praxisfortschritt verhindern geht ganz leicht

Aus gegebenem Anlass – und weil wir bald in die besinnliche Weihnachtszeit tauchen mit ihrer Wirkung auf unsere Empfänglichkeit – möchte ich Ihnen heute mal ein paar Tipps auf den Weg geben, wie Sie es garantiert schaffen, dass Sie mit Ihrer Praxis auf der Stelle treten.

Gerne können Sie – wie so manches Mal – meine Tipps in den Wind schlagen, um hinterher festzustellen, dass sie doch ganz gut gewesen wären, wenn …. ;-)

Ich habe heute wieder einen Aufruf eines Personalvermittlungsunternehmens für ZahnMedizinisches Fachpersonal gelesen: 40! vakante Stellen. Die Suchanzeigen auf den einschlägigen Seiten sprechen für sich, auch die auf social media. Der Tenor unter den Damen (ich habe bisher noch keine männlichen, weiterhin in einer Praxis als ZFA/ZMF oder MFA arbeitenden Männer getroffen) ist überall der gleiche. Sie sind es leid in Praxen zu arbeiten, die sich zwar offiziell modern geben, in veritas allerdings den Fortschritt gekonnt verhindern (wie Mitarbeiter das gleiche schaffen, wird in einem anderen Artikel behandelt).

Es gibt PraxisinhaberINNEN, die behaupten, Sie hätten alles im Griff. Sich aber wundern, warum ihre Praxis nur begrenzt weiter kommt.

Oder die anderen, die sich immer aus allen Praxisbelangen raushalten. Die gerne Freiheiten und Laisser-faire predigen, sich total modern darin sehen. Im Grunde dadurch aber oftmals eigene Unzulänglichkeiten kaschieren.

Hey, soll es aber mal so richtig gar nicht weiter gehen: mischen Sie einfach beide Varianten! Zuerst tun Sie so, als hätten Sie alles im Griff, und dann … lassen Sie plötzlich die Zügel fallen. Halten Sie mindestens 2 Wochen durch mit Controlling, Anweisungen wie was wo und wann gemacht wird. Ruhig auch ein wenig auf den Putz hauen, wenn das Team nicht spurt. Schließlich sind Sie ChefIN. Und dann geben Sie bekannt, dass ja jeder eigenständig denken, arbeiten und handeln soll. Das ist ein total cooles Ding. Und immer schön wiederholen. Jetzt wissen Ihre Damen bestimmt nicht mehr, was sie tun sollen. Dass ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Streuen Sie nicht nur Puderzucker auf Ihren Cappuccino, sondern auch immer wieder gezielt Gerüchte. Hier und da mal im Vorbeigehen erwähnen, was Ziele und Inhalte möglicher Veränderungen sein könnten. Aber bitte nur in einem Satz und wie zufällig.

Was wirklich ganz gut wirkt – ich erlebe es immer wieder in den Praxen – ist eine permanente Überforderung. Nicht das Arbeiten an sich ist damit gemeint. Nein, planen Sie Maßnahmen im Minutentakt, stundenweise ist schon viel weniger effektiv. In Monaten und Jahren ist sehr schlecht, Ihr Team wird dann zur Besinnung kommen und vielleicht sogar mitziehen und Erfolg verbuchen können. Wollen Sie das? Bestimmt nicht. Am besten, Sie bieten Ihren MitarbeiterINNEN die Möglichkeit, sich gegenseitig – egal wie – zu toppen. Nur der/die Engagierteste überlebt. Wer „verkauft“ die meisten Zuzahlerleistungen? Wer schafft die meisten Aufgaben in der kürzesten Zeit?

Oder suchen Sie im Internet nach diesen tollen Analysetools. Oder buchen Sie uns Berater. Wir sind doch dafür bekannt, dass wir mit der Analyse geboren wurden. Und solange wir analysieren, müssen Sie nichts verändern. Da ist doch beiden Seiten gedient. Verursacher von Problemen können wir lange und detailliert suchen, schließlich muss man ja wissen, wer Schuld an diesem Tiefgang hat.

Wie, Sie fassen jetzt doch nach langwieriger Analyse Beschlüsse ins Auge? Ja, sind Sie wahnsinnig? Das geht dann aber nur, wenn Sie diese im HighSpeed-Modus durchsetzen: Teamsitzung in der Mittagspause (die ist ja eh unnötig) legen, Analyseergebnisse vorstellen und Ihren Umsetzungsvorschlag dazu unterbreiten. Achten Sie darauf, dass das Team noch etwas Pausenzeit haben möchte, dann nickt es umso schneller alles ab. Und das bedeutet, dass umso weniger hinterher passiert. Wer will jetzt noch die Zeit damit verplempern, alles zu hinterfragen. Das macht man doch besser später untereinander. Da kann man sich viel besser drüber aufregen, Ängste schüren oder abwinken und auf den nächsten Sturm warten.

Umsetzung – das ist trivial. Darauf muss man sich nicht konzentrieren. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche: immer wieder Beschlüsse fassen.

Ihre Mitarbeiter lernen dadurch super viel – und schnell! Was sagt man in der Medizin? Eine Erkältung ist meist ohne Bedeutung. Sie dauert mit Medikation 9 Tage, ohne auch. Genau so ist es mit Veränderungen beim Chef/der Chefin.

*satiremodusoff