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Praxismarketing-Teil-der-Praxisberatung
27 Juli 2014

Praxismarketing: Wie der Glaube den Praxen oftmals schadet

Praxismarketing ist zunächst einmal Innenarbeit.

Zu viele PraxisinaberINNEN glauben immer noch, dass ihre eigene Wahrnehmung bezüglich der Außenwirkung ihrer eigenen Praxis die gleiche sei wie die der Patienten. Dass es ja hauptsächlich auf die (zahn)medizinische Qualifikation ankäme beim Patienten. Schließlich habe die Praxis ja immer noch genügend Patienten im Quartal. Noch.

Vielleicht kennen Sie ja schon den Artikel aus der „Süddeutschen“, in der es um die Barrierefreiheit in den Praxen geht (hier nachzulesen). Am spannendsten finde ich allerdings die Leserkommentare. Auch wenn es in den Medien mal wieder um andere Themen aus der ZahnArztpraxis geht, sei es Hygiene, Patientenkommunikation, IGeL/Zuzahlungen oder Praxismarketing, die Kommentare quer gelesen ergeben ein recht gutes Bild davon, dass es hier erhebliche Dissonanzen in der Wahrnehmung beider Seiten gibt.

Den Patienten per se gibt es nicht mehr, der die Augen verschließt vor schlechter Patientenkommunikation am Telefon oder in der Praxis. Vor Hygienemängel. Vor Führungsmangel und Mangel an Teamarbeit. Vor organisatorischen Mängeln. Vor fehlender Modernisierung, ob im technologischen Bereich, ob im Bereich der Innenausstattung.

Ein Patient, der auch auf diese Dinge Wert legt in seiner ZahnArztpraxis, sucht so lange gezielt, bis alles stimmig ist – über kurz oder lang wird er sein passendes Deckelchen gefunden haben. Denn auch anderer Mütter ZahnMediziner haben eine hohe fachliche Qualifikation.

Was diesen immer währenden Gläubigen bleibt, ist meist eine Patientenklientel, die eben nicht gerne zuzahlt, die nicht besonders verlässlich bei der Einhaltung ihrer Termine ist, die wechselt und unbeständig ist. Und die machen bekannterweise Arbeit, die Energie zieht.

Sie müssen sich nicht unbedingt externe Berater ins Haus holen, um an eine andere Sichtweise zu gelangen. Hören Sie doch einfach mal hin, wenn Ihr Personal Ihnen etwas mitteilen möchte. Wenn es auf Defizite aufmerksam macht. Hierbei geht es bestimmt nicht um eine Aberkennung Ihrer Chefposition. Auch nicht um ein Anschwärzen unter Kollegen. Im Gegenteil, sie beweisen Weitsicht.

Und zum Thema in genanntem Artikel: Die Barrierefreiheit gilt schon lange auch für das Gesundheitswesen (DIN 18040-1 Öffentlich zugängliche Gebäude), Viele haben noch (oder bekommen – wenn überhaupt zum Thema Barrierefreiheit – oft fälschlicherweise davon erzählt) die Aussage des „Bestandsschutzes“ im Kopf. Dem ist aber auch nicht mehr so. Fragen Sie doch einmal einen unabhängigen Architekten mit Erfahrung im Öffentlichkeitsbau. Ich habe gefragt – mehrere – und unisono die gleiche Antwort bekommen. Welche Auswirkungen das hat auf einen Wiederverkauf der Praxis, können Sie sich gerne selbst ausmalen.

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